Von der fehlenden Möglichkeit, den Videobeweis zu benutzen – RB und der Pokalwahnsinn vom 25. Oktober 2017

25.10.2017: „Der Tag, an dem Leipzig oder München aus dem Pokal fliegen werden, begann mit nicht immer ganz richtigen Werten. Wir bekamen unsere Serien zurück, und siehe da, ich hatte alle Punkte, schön und motivierend für die nächste Runde.“

So hatte ich die erste Strophe für meinen Tag in Merseburg auf meinem Blog formuliert. RB gegen Bayern, Pokalfight, Flutlichtspiel, was will man mehr??

Nach einer wortwörtlich hitzigen Busfahrt stand ich 18:30 Uhr am Einlass vor dem Stadion und konnte meine Vorfreude auf dieses Spiel kaum in Worte fassen. Es sollte ein, in mehr als zwayerlei Aspekten, ein denkwürdiger und damit verbunden unvergesslicher Abend in der Red Bull Arena werden.

Auch bei diesem Spiel wird unsere Fahne im Innenraum geschwenkt.

Die Partie begann pünktlich um 20:45 Uhr, nach einer kurzen Kennlernphase übernahmen die Roten Bullen auf dem Platz und auf den Rängen hörbar das Kommando, und Forsberg sowie Augustin erste richtig gute Chancen für RB. Der erste richtige Aufreger dann in Spielminute 35. Forsberg wird von Vidal gefoult, und der Schiedsrichter zeigt, verständlich und verdient für RB, auf den Elfmeterpunkt, doch diese Top-Situation entwickelte sich schnell zum Flop. Nach Rücksprache mit dem Linienrichter nahm Felix Zwayer den Elfmeter zurück und entschied auf Freistoß RB. Wie schnell man sich doch zum Feindbild der Fans machen kann.

In der 69. Minute dann endlich die Erlösung: Elfmeter RB, Forsberg, TOR! Wer jetzt schon an eine (sie wäre vedient gewesen) Sensation gedacht hatte, wurde in der 73. Minute eines Besseren belehrt. Ich wollte gerade ein Foto machen und bekam daher nicht mit, wie Thiago den Ausgleich für die Bayern erzielte.

Es gab Verlängerung, RB, das hatte ich vergessen zu erwähnen, ab der 55. Minute durch eine Gelb-Rote-Karte dezimiert, hatte noch mindestens 30 Minuten vor sich. Es sollte die halbe Stunde des Peter Gulasci werden, was er hielt, war der Wahnsinn. Aufgrund der Unterzahl hatte RB leider nur noch wenig Entlastung. Folglich ging es in ein hochdramatisches Elfmeterschiessen, leider auf das falsche Tor. Unsere Abwehrspieler überzeugten mit ihren Elfmetern und Gulasci war immer zumindest in der richtigen Ecke. Und dann kam Timo Werner. Was dann geschah, ist hier sicherlich jedem bekannt.

Trotz Niederlage kämpften unsere Roten Bullen, rannten und verteidigten eindrucksvoll. Daher ist es eine Niederlage, bei der man Stolz auf unsere Leipziger sein kann, nicht aber auf den Schiedsrichter.

Und so lautete mein Blogeintrag am nächsten Morgen:

„Leipzig war am Abend leider aus dem Pokal geflogen,

ich hatte mich heute Morgen schnell umgezogen,

und ging danach zu Wirtschaftsrecht,

da ich nicht mehr müde war, ging es mir auch nicht schlecht.“

Es war ein langer, aber unvergesslicher Fussballabend, von dem es in der kommenden Saison hoffentlich weitere im Pokal gibt, dann bitte mit dem richtigen Ergebnis

FST