Fohlen schwer zu zähmen

Das Heimspiel gegen Mönchengladbach ist so etwas wie die Nagelprobe: Wie verkraften unsere Roten Bullen die Mehrfachbelastung mit Liga, Champions-League und Pokal?Aber zunächst: Wer ist auf der Innenseite des Flugblatts? Aha, Ilse – unsere Allzweckwaffe.

So, Versorgung mit Getränken und Brezeln sicherstellen und erst mal Plätze einnehmen. Die letzten Sonnenstrahlen machen es sehr angenehm.

Auch der Gäste-Fanblock ist schon sehr gut gefüllt. Immer wieder schallen Unmutsbekundungen der gegnerischen „Fans“ herüber, die jedes Mal aus unserem Fanblock mit lautstarkem Beifall beantwortet werden. Man mag sich. 😉

Von Tim Thoelke erfahren wir, dass Domme Kaiser heute zarte 29 wird und auf die Fanta4 steht. Wir wünschen ihm eine zeitige Einwechslung – wenn er schon nicht in der Startaufstellung steht.

Kurz mal die Aufstellung checken – Nein, tut er nicht. Dafür gibt Kampl sein Debüt. Und Ilse macht heute den Innenverteidiger. Auf dieser Position hat er ja schon Erfahrung aus der letzten Saison.

Forsberg ist Kapitän. Gehört der auch zum Mannschaftsrat?

Gleich kommt die Fan-Hymne.

Vorher aber noch die von Borussia. Anschließend enthüllen die Gladbacher ihre ganze Zuneigung mit dem Schriftzug Scheiss RB. Bei flüchtigem Lesen ist „RB“ nicht zu erkennen und man könnte das erste Wort mit dem Banner weiter unten in Verbindung bringen. („Traditionsverein seit 1900“)

Egal, wir grölen lautstark unsere Hymne und schreien uns bei der Aufstellung die Seele aus dem Leib. Einmal Leipzig, immer Leipzig…

Das Spiel läuft. Die erste gute Aktion gehört den Gladbachern. Tief durchatmen nach anderthalb Minuten. Aber unsere Bullen nehmen das Heft in die Hand. Kampl und Laimer fügen sich super ein und kombinieren mit den anderen Spielern, als ob sie schon ewig hier sind.

Laimer auf Kampl, der schickt Bernardo außen, Bernardo schiebt den Ball in die Mitte und genau da ist Werner zur Stelle. TOOOOOOOOOR

So, die Machtverhältnisse sind erst mal geklärt.

RB kriegt das Spiel jetzt komplett in den Griff und kombiniert… WAS? ELFMETER? NIEMALS! Hazard bringt das Ding natürlich unter.

Aber kurz danach nimmt Augustin nach einem Keita-Zuspiel den Ball herrlich in der Drehung mit und verwandelt zum 2:1.

Nachspielzeit. Stindl und Raffael scheitern an Gulacsi. Pause, durchatmen.

In der zweiten Hälfte verlieren die Jungs irgendwie den Faden. Ilse und Upa machen ein super Spiel, aber der Rest kriegt nix mehr hin. Stindl nutzt ein Missverständnis im RB-Mittelfeld und trifft zum 2:2.

Und dann auch noch das: Rot für Keita.

Fast das ganze Stadion ist empört. Im Nachgang erfahren wir, die Karte geht wohl in Ordnung.

Das Ergebnis übrigens auch. Ein verdientes Unentschieden.

Unschön nur: Nach dem Spiel erfahren wir in der Bahn, dass Gäste-„Fans“ während des Spiels RB-Fans und Kinder mit Bierbechern beworfen haben und auf Ordner losgegangen sein sollen. So sollte Fußball nicht sein. Und ist es auch nicht – jedenfalls bei uns.

MayThe4th